Rennbericht DSTM Lauf 2 in Brands Hatch

Brands Hatch in England war der Schauplatz für den 2. Lauf der DSTM 2015 und da sich erneut 58 Fahrer einfanden, musste wieder die 2 Grid-Lösung her. Das Qualifying wäre aber auch so immens wichtig gewesen, schließlich lässt die Charakteristik der Strecke kaum Überholmanöver zu. Das Beste aus den 4 schnellen Runden machte diesmal Tom Vallenthini, der seinen Teamkollegen Pichler auf Platz 2 verdrängte, gefolgt vom amtierendem DGTM-Meister Miesen. Pracht war der Unglücksvogel, der knapp am Grid 1 vorbeischlitterte, aber dafür in Grid 2 die Bestzeit setzte.

Der Start verlief im vorderen Feld optimal, Vallenthini behauptete sich gegen Pichler und Miesen, Schmitz konnte vom sechsten auf den vierten Platz vorfahren. Von Startposition 12 aus erwischte Jeleniowski einen schlechten Start, zu viel Wheelspin ließen M. Müller und Landgraf schnell aufschließen. Der Versuch die Innenbahn zu zumachen kam aber zu spät und so schob Jeleniowski Landgraf in Müller, der quer über die Bahn schoss und Denker über die Leitplanke katapultierte. Die auflaufenden Fahrzeuge konnten allesamt abbremsen, es kaum aber im Getümmel zu diversen Kontakten zwischen den Fahrern. M. Müller, Denker und Hager mussten somit schon in der ersten Runde an die Box fahren und ihre lädierten Fahrzeuge reparieren lassen.

Pichler konnte die Sache vorne erstmal entspannt angehen, schließlich mussten sowohl Vallenthini vor ihm, als auch Miesen direkt hinter ihm spätestens in der dritten Runde eine Durchfahrtsstrafe, die als Konsequenz aus Zwischenfällen in dem Rennen in Daytona ausgesprochen wurde, absitzen. Pichler bekam somit kampflos die erste Position geschenkt, Schmitz rückte vor auf den zweiten Platz, somit ging der Führungskampf aus Daytona in Runde 2, dahinter entstand eine Gruppe aus 6 Fahrzeugen, angeführt von Lars Conrad.

Vallenthini, mit dem Wissen weiter nach vorne zu gehören, versuchte alles, um sich wenigstens einen guten Startplatz für das zweite Rennen zu sichern, übertrieb es aber und drehte sich nach einem Bremsmanöver auf dem Gras weg. Wie zu erwarten war, entstanden zwar viele Grüppchen, doch Überholmanöver waren Mangelware. Pichler konnte den Abstand zu Schmitz verwalten und durchgängig 1,5 Sekunden Vorsprung um die Strecke tragen. Dahinter gab Conrad alles, um den dritten Platz nach hause zu bringen, musste sich aber in Runde 12 bzw. 13 erst Schellbach und dann Jahn ergeben.

Am Ende blieb Pichler dieses mal fehlerfrei und fuhr als erster durchs Ziel, Schmitz konnte am Ende zwar nochmal aufholen sah die Flagge aber nur als Zweiter. Schellbach setzte sich gegen Jahn durch, Conrad blieb nach starker Leistung auf Platz 5. Jeleniowski und Bert tauschten rundenlang Positionen, am Ende wurde Bert sechster, Jeleniowski siebter. Sziele beförderte sich aus Grid 2 direkt auf Platz 8, Krämer und Solgat hatten sich bereits früh auf eine Reihenfolge geeinigt und vollendeten die Top 10.

Man sollte meinen 3 große Startunfälle aus 3 Rennläufen wäre allen Fahrern eine Lehre gewesen, doch auch im vierten Lauf kam es im Stau der ersten Kurve zu Unfällen. Sziele münzte seine Pole Position in seine ersten Führungsrunden in der DSTM ummünzen, Bert und Jeleniowski dahinter berührten sich dahinter allerdings, so dass Jeleniowski sich quer über die Strecke ins Gras drehte. Den großen Bums gab es aber dahinter, wo Ebert sich innen neben Beuster-Waurig setzte und beide kollidierten. Beuster-Waurig drehte sich dabei so unglücklich weg, dass er in die Boxenmauer einschlug. Da die Strecke durch die beiden stehenden Autos halbseitig blockiert war, mussten alle Autos dahinter eng zusammenrücken und es kam zu massenhaft Lackaustausch. Am schlimmsten traf es Gatringer und Landgraf, die sich ineinander verhakten und sich wegdrehten. Kurios wurde es als Ebert das Rennen wieder aufnehm und direkt Gatringer ausweichen musste. Dabei fuhr er in den neben ihn fahrenden Holtermann traf, beide drehten sich weg.

Um den ganzen Chaos zu entgehen entschieden sich Denker und M. Müller direkt aus der Boxengasse zu starten. Angesichts des Trümmerfeldes in der ersten Kurve offensichtlich die richtige Entscheidung. Profitieren vom Start konnte ebenfalls Jahn, der direkt von Platz 5 auf die zweite Position springen konnte und nun direkt hinter Sziele fuhr. Bert und Conrad folgten dahinter im Synchronflug. Sziele, wie schon im ersten Rennen mit vollen Risiko unterwegs machte wegen des Drucks, den Jahn ausübte einen kleinen Fehler mit großen Folgen. Er überbremste das Auto und drehte sich weg. Dabei hatte er Glück und Unglück. Zum einen schlug er nicht ein, zum anderen musste er aber praktisch das ganze Feld vorbeiziehen lassen, bis er das Rennen endlich auf dem 23. Platz wieder aufnehmen konnte. Jahn zeigte sich davon wenig beeindruckt und drehte unbekümmert seine Runden.

Müller und Denker wurden durch nötige Boxenstopps der Konkurrenz immerhin bis auf den 21. Platz vorgespült, als sie endlich aufs Feld aufschließen konnten. Müller entschied sich dazu, sich durchs Feld zu kämpfen, während Denker die Situation schon in Runde 6 nutzte und den ersten planmäßigen Boxenstopp abhielt. Pichler, der Sieger des ersten Rennens konnte übrigens schon in der ersten Runde wieder an Schmitz vorbeigehen und fuhr hinter Schellbach auf dem fünften Platz. Conrad konnte nach vorne Sichtkontakt halten, das wurde ihm jedoch zum Verhängnis, als er es in Runde 8 übertrieb und am Ausgang von Kurve 2 aufs Gras kam. Den anschließenden Dreher konnte er nicht mehr abfangen und landete in der Wand. In Runde 9 und 10 kamen 5 Fahrer in die Box, die sich für frühe Boxenstopps entschieden hatten.

Das Feld verhielt sich nun sehr diszipliniert, so dass es kaum zu Zwischenfällen kam, in den Kampfgruppen wurden auch keine Kamikaze-Situationen gestartet, schließlich konnte man sich ja mit einem guten Timing auch in der Box am Vordermann vorbeischieben. Jahn entschied sich genau zur Halbzeit in die Box zu kommen und neue Reifen aufzuziehen. Die Mehrzahl der Fahrer entschieden sich aber für einen späten Stopp, um so das Gewicht im Auto gering zu halten und dafür keine Reifen zu wechseln.

Pichler konnte seine gute Leistung aus dem ersten Rennen bestätigen und rutschte immer näher an Bert heran. Dieser fuhr in der 27. Runde mit fast leeren Tank in die Box, Pichler konnte dank des etwas größeren Tanks im McLaren 2 Runden länger draußen bleiben und nutzte diese optimal. 2 sehr schnelle Runden brachten ihm 4 Sekunden Vorsprung auf Bert, der immerhin Jahn weit hinter sich ließ. In diesen 2 schnellen Runden hatte Pichler die Reifen aber soweit heruntergefahren, dass Bert aufschließen und den Vorsprung immer weiter verringern konnte.

Am Ende behielt Pichler aber die Nase vorn, Bert kam 2 Sekunden dahinter ins Ziel, gefolgt vom unauffällig, aber stark fahrendem Schellbach. Schmitz verpasste knapp das Podium, Miesen folgte mit Respektabstand. Jeleniowski schaffte es nach Startunfall immerhin noch auf Platz 5 vor Woithe und Jahn, der sich die Sache mit dem Reifenwechsel das nächste mal wohl doppelt überlegen wird. Solgat, Teamkollege von Jahn, wechselte vermutlich auch die Reifen und blieb dementsprechend ebenfalls hinter seinem Potential zurück, M. Müller schaffte es nach seinem Start aus der Boxengasse noch in die Top 10.

In Grid 2 fuhr Elkemann im ersten Rennen fehlerfrei auf den ersten Platz, Longerich schaffte es wieder einmal aufs Podium, Truschkat kam auf Platz 3. Das zweite Rennen entschied van Ooijen für sich, Truschkat schaffte es eine Stufe nach oben, Elkemann verlor zwar 2 Positionen, kann mit 2 Podiumsplatzierungen aber sehr zufrieden sein.

Der nächste Lauf findet am 18. Februar in Sebring, USA statt, wo am darauffolgenden Samstag auch wieder die DSLM mit dem 6 Stunden-Rennen stattfinden wird.

0 Comments

Leave a reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

©2018 Simracing Deutschland e.V. - we love Simracing

Log in with your credentials

or    

Forgot your details?

Create Account