Ein erstes Kräftemessen in AVIA DSTM

Das erste Rennen der DSTM Saison 2015 lockte 61 Fahrer in die Nacht nach Daytona, Florida in die USA. Auf der Road-Variante des Trioval galt es den bestmöglichen Kompromiss zwischen Topspeed auf den Steilkurven und Grip im engen Infield zu finden. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl war man gezwungen eine 2 Grid-Lösung anzubieten. Nach der Qualifikation wird das Feld 50:50 aufgeteilt, so dass die 4 schnellen Runden, die jeder Fahrer zur Verfügung hat, noch wichtiger sind, als in den letzten Saisons der DSTM.

Die schnellste Zeit setzte Patrick Pichler, der seinen McLaren mit 1:42.877 auf die Pole Position stellte. Nur 41 Hundertstel dahinter reihte sich Sebastian Schmitz ebenfalls in der ersten Reihe ein. Schellbach konnte sich den dritten Platz mit seinem Z4 sichern. Es standen also drei verschiedene Autos auf den ersten drei Plätzen. Um sich noch gerade so für Grid 1 zu qualifizieren musste für Thorsten Kuypers schon eine 1:44.668 her. Den Ersten trennten also gerade einmal 1,791 Sekunden vom 31. Platz und letztem Platz in Grid 1.

Das erste Rennen mit einer Länge von 20 Minuten wurde stehend gestartet. Pichler nutzte seine Startposition und konnte sich am Start noch vor der ersten Kurve einige Wagenlängen Vorsprung herausfahren. Hinter ihm folgten unverändert Schmitz, Schellbach und Dauber. Nach einer sehr gesitteten ersten Kurve, brach in der zweiten Kurve das kleine Chaos aus. Gleich 6 Fahrer hatten Unfälle, konnten aber allesamt das Rennen ohne Reparatur fortsetzen.

Der Schock der Startphase steckte den Fahrern offenbar in den Knochen, denn in den nächsten Runden wurde, trotz harter Zweikämpfen mit Geschwindikeiten über 270 km/h, fair und vorsichtig gekämpft. Pichler, Schmitz & Schellbach konnten sich als Gruppe vom Rest des Feldes absetzen, der Rest der Top 10 bewegte sich allerdings innerhalb von 2 Sekunden und tauschten munter untereinander Positionen. In Runde 4 kam es zu einem schweren Unfall, als Miesen und Jeleniowski sich auf dem Oval berührten und sich bei Tempo 250 über die Wiese drehten. Mit Wut im Bauch wollte Jeleniowski schnellstmöglich wieder Positionen gutmachen, übertrieb es aber wenige Kurven später, als er zu spät bremste und Kuypers abräumte. Scharlach und Heinz kollidierten ebenfalls und mussten die Box aufsuchen.

Die Rutschigkeit in der ersten Kurve, gepaart mit den verschiedenen möglichen Linien, sorgten für einiges an Action. Nach diversen Drehern und Kontakten an dieser Stelle wurde es besonders kurios. Zeitgleich kollidierten Woithe und Jahn, wenige Meter weiter hinten traf Vallenthini Dauber am Heck und schickte ihn in einen Dreher. Pech hatte Dauber, als er im Auslauf der ersten Kurve stand und gleich von 3 Fahrern touchiert wurde. Folge war ein Aufhängungsschaden, der ihn zwang das Rennen aufzugeben.

Pichler hatte unterdessen noch nicht aufgegeben und überraschte Schmitz im Infield, als er sich innen reinbremste und vorbeizog. Doch in derselben Runde noch passierte Pichler der zweite kleine Fehler des Rennens, als er wenige Momente zu spät bremste und etwas langsamer durch die Busstopschikane kam als Schmitz hinter ihm, der den Fehler sofort wieder bestrafte und sich die erste Position zurückeroberte.

Am Ende siegte also der fehlerfreie Schmitz vor Pichler und Schellbach. Woithe fuhr einen am Ende doch ungefährdeten vierten Platz nach Hause. Jahn bezwang am Ende Kortum, Uzel und Vallenthini. Denker siegte im Fotofinish vor Miesen, der die Top 10 abschließt.

Das zweite Rennen mit einer Länge von 45 Minuten, gepaart mit einem Tankvolumen von nur 75% erfordern hier auf jeden Fall einen Boxenstop. Die Startaufstellung ergibt sich aus dem ersten Rennen, lediglich die ersten 8 Positionen wurden gedreht, so dass Vallenthini von der Pole Position startete. Bei dem fliegenden Start konnte dieser seine Position zwar behaupten, aber keine Lücke zu den Hintermännern aufreißen. Uzel, der ebenfalls aus der ersten Reihe startete, unterlief ein Fahrfehler und wurde auf Platz 11 durchgereicht. Nachdem die erste Kurve erneut mit viel Disziplin durchfahren wurde, kam es im Anschluss zu Unfällen zwischen Ebert und Westphal, sowie Heinz und M. Müller. Eine besonders gute Startphase erwischte Jahn, der sich bereits innerhalb von vier Runden vom vierten auf den ersten Platz schob.

Je nach Fahrzeug konnte man bereits ab Runde 5 die Box aufsuchen, und mit Randvollem Tank bis zur Zielflagge fahren. Ein Teil der Fahrer, vor allem die, die kleinere Kontakte hatten nutzten diese Chance sofort, um Nachzutanken und einen kleinen Service am Auto abhalten zu lassen.

Schwierigkeiten bereitete den Fahrern erneut die erste Kurve, in der es immer noch sehr rutschig war. Unglücksrabe war Kober, der sich wegdrehte und satte 20 Sekunden warten musste, bis sich eine Lücke auftat und er das Rennen fortsetzten konnte. Das zusätzliche Gewicht des vollen Tanks sorgte ebenfalls für Schwierigkeiten in der Busstopschikane, so dass man einige Fehler beobachten konnte. Am schlimmsten erwischte es Miesen, der so heftig in die Reifenstapel einschlug, dass er schon in Runde 2 in die Box kommen musste.

Schmitz bestätigte seine starke Vorstellung aus Rennen 1 und kämpfte sich durchs Feld direkt an Jahn heran. Nach kurzem und intensivem Kampf kam es auf der Start/Ziel-Geraden zum Kontakt und beide rasten mit 260 km/h in die Mauer. Das Glück für beide war, dass sie direkt vor der Boxeneinfahrt zum Stehen kam und durch den Fast Repair kaum Zeit verloren. Pichler tat das einzig richtige, stieg voll in die Eisen und konnte dem Unfall gerade so ausweichen. Diese schnelle Reaktion wurde mit dem vorerst erstem Platz belohnt.

Ein weiteres Opfer der Busstopschikane wurde D. Müller, der beim Versuch mit Jahn zu zweit die Kurvenkombination zu durchfahren, ähnlich wie Miesen früher im Rennen in die Reifenstapel einschlug.

Am Ausdauerndsten zeigte sich der McLaren, Pichler und Vallenthini mussten erst in der 21. Runde ihre Boxencrews aufsuchen und konnten sich mit dieser Strategie den ersten und zweiten Platz nach Vollendung aller Boxenstopps sichern. Woithe stoppte nach leichtem Feindkontakt früh und fand sich nun trotz andere Strategie 2 Sekunden hinter Vallenthini auf Platz 3 wieder. Woithe nutzte seine warmen Reifen und fuhr innerhalb von 2 Runden auf Schlagdistanz heran.

Erwartungsgemäß wurde das Feld durch die Boxenstopps so auseinander gezogen, dass sich kaum Windschatten bot. Um trotzdem noch Plätze gutzumachen musste man also das Risiko erhöhen, was Elkemann und Westphal prompt mit einem synchronen Dreher büßen sollten.

Vorne fuhr Pichler zu einem ungefährdetem Sieg, Woithe konnte sich noch 10 Tausendstel vor Vallenthini schieben, Jahn und Denker wurden durch die Zielflagge vorm heraneilenden Schellbach gerettet. Grund und Uzel kamen auf Position 7 und 8 ins Ziel, M. Müller schnappte sich in der letzten Runde noch Jeleniowski für Platz 9.

Grid 2

Unglücklich verlief die Qualifikation für Ulip, der knapp am ersten Grid vorbeischrammte, sich dafür aber die Pole Position für Grid 2 sichern konnte. Dahinter starteten Longerich und van Ooijen.

In einem Ereignisreichen Rennen konnte sich Longerich den ersten Platz sichern, van Ooijen auf 2 und Ulip auf 3 rundeten das Podium ab.

Im zweiten Rennen münzte Borngässer seine Pole Position in einen Sieg um, 12 Tausendstel dahinter scheiterte Longerich knapp an einem Doppelerfolg. Sziele landete als Dritter ebenfalls auf dem Treppchen.

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