Die 4,361 km lange GP Strecke „Circuit Gilles Villeneuve“ in Montreal (Canada), war Austragungsort eines am Ende dramatischen Rennens der WirPre- Formel- Masters (WFM). 70 Runden brachten die 18 Fahrer und besonders das Fahrzeugmaterial an Ihre Grenzen bei diesem 7. Meisterschaftslauf. Wie sich am Ende rausstellen sollte, war nicht die gefürchtete „Wall of Champions“ das Problem sondern bei einigen Fahrern die Haltbarkeit der Bremsscheiben. Aus den freien Trainings in der Woche kristallisierte sich heraus, dass der Asphalt der Strecke sehr reifenschonend ist. Somit waren Boxenstopps zwischen einem und dreien möglich.
Mit Spannung wurde auch erneut der Dreikampf zwischen den in der Fahrerwertung führenden Kevin Riedel (178 Punkte), Lars Kober (125 Punkte) und Daniel Legner (96 Punkte) erwartet. Eine spektakuläre Nachricht in Sachen Fahrerkarussell erreichte den WFM- Zirkus in der vergangenen Woche. Das neu gegründete TEAM-REBLLION hat die beiden, in der Fahrerwertung führenden, Kevin Riedel und Lars Kober sowie Andreas Gründauer, ab sofort unter Vertrag genommen.
1. Qualifying
Peter Mannweiler vom Team SimRacing DE II qualifizierte sich, an seinem erst zweiten Rennwochenende, als 4er für das 2. Qualifying. Ansonsten das gewohnte Bild an Fahrern unter den Top 10 am Ende des 1. Qualifyings. Kober, Riedel und Legner waren auch hier die schnellsten Drei.
2. Qualifying
Daniel Legner (RACE-STAR ConverTTable) fand hier in Canada nicht ganz die Speed von Kober und Riedel. Darum setzte er auf eine aggressiven 3- Stoppstrategie wodurch er in diesem Qualiy mit weniger Sprit seinen Boliden auf die Polposition setzen konnte. Nicht ganz Zufrieden mit dem zweiten Platz in der ersten Starreihe war Kevin Riedel (KR-Competition), da er eigentlich auf die Pole spekuliert hatte aber im Mittelsektor immer wieder Zeit verlor. Lars Kober wurde problemlos Dritter.
Klaus Seimetz (Scuderia RSW motorsport II) mit Startplatz 4 konnte endlich einmal gegen Ralf Konka von der Scuderia RSW motorsport I (P.6) zurückschlagen. Bei den Qualiys in Istanbul und in Monaco schnappte Konka, Seimetz immer den 4. Startplatz vor der Nase weg. Auch Mannweiler setzte sich als 5er noch vor Konka. Ein gutes 2. Qualifying erwischte auch Jens Haase mit Startposition 8 hinter Andreas Gründauer (P.7). Die Top 10 vervollständigten Karl Heinz Kluth vor Rene Nospickel.
Das Rennen
Kevin Riedel gelang diesmal kein seiner ansonsten sehr guten Starts und wollte am Anfang zu viel wodurch er in den ersten beiden Kurven teilweise neben der Strecke fahren musste, was Ihn aber keinen Platzverlust kostetet. Auch Peter Mannweiler war in der ersten Runde zu aggressiv was in einem Dreher endete und Ihn bis auf Platz 9 zurück warf. Ansonsten verlief der Start sehr diszipliniert.
Die Mechaniker des Teams Gentwo-Racing I von Karl Heinz Kluth schaften es nicht vor dem 2. Qualifying dessen Auto umzubauen für das Rennen. Dadurch musste er mit einem Qualifying Setup ins Rennen gehen. Kluth war somit der erste mit einem Boxenstopp in Runde 9 der in aber wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse auch noch eine Drivethrough kostete.
Riedel klebte fast immer, bis Legners ersten Boxenstopp in Runde 15, ständig an dessen Heck. Doch Legner blieb cool und blieb vorn. Kober folgte Riedel ständig mit ca. 2 Sekunden Abstand. Auf 4 und 5 lieferten sich Klaus Seimetz vom Scuderia RSW motorsport II mit Ralf Konka vom Mutterteam Scuderia RSW motorsport I auch einen schönen packenden Kampf. In Runde 16 schaffte es Konka endlich an Seimetz vorbei zugehen aber ein paar Kurven später gab Konka auf dem Kerb zu viel Gas, Dreher und Seimetz holt sich seine Position wieder zurück.
Wie beim Formel 1 Rennen am vorherigen Sonntag in Canada gab es auch in der WFM einen packendes Duell in der Boxengasse. Die Boxencrew von KR-Competition fertigte Andreas Gründauer minimal schneller ab als die Jungs vom Gentwo-Racing I Team des Jens Haase. Haase der, vor dem Boxenstopp vor Gründauer lag, fuhr nur wenige Millimeter hinter Gründauer durch die Boxengasse wieder auf die Strecke.
In Runde 26 dann das erste dramatische Ereignis. Lars Kober scheidet erneut wegen Softwareproblemen aus dem Rennen aus. Kurz darauf erneut Dramatik an der Spitze. Kevin Riedel kommt nach seinem 1. Boxenstopp hinter Hermann Pfander auf die Strecke zurück und verliert das Auto bei einem Überholversuch in einer Kurve, was mit einem heftigen Leitplankenkontakt endete. Der Formelbolide war zwar noch fahrtüchtig, Riedel musste aber jetzt mit einer total krummen Aufhängung kämpfen, war aber immer noch Führender.
Legner der nach seinem 1. Boxenstopp zwischenzeitlich nicht mehr die Rundenzeiten aus seinem 1 Stint erreichte holte jetzt, als 2er, massiv auf Legner auf. Weitere Dramatik in Runde 37. Norman Geidies (RACE-STAR ConverTTable II) verpasst am Ende der langen Geraden vor der Schikane total seinen Bremspunkt und rast ins Auto von Jens Haase. Für beide ist das Rennen damit zu Ende. Glück dabei hatte Ralf Konka der dem Unfall gerade noch ausweichen kann.
Klaus Seimetz übernimmt die 2. Position von Daniel Legner nach dessen 2. Boxenstopp in Runde 41. In Runde 50 kann Seimetz diese Position trotz seines eigenen 2. Boxenstopps halten. Erneut Dramatik um Kevin Riedel bei dessen Anfahrt zu seinem 2. Boxenstopp (Runde 53). Riedel verbremst sich und erwischt Andreas Schmidts Heck vom Scuderia RSW motorsport II Team, der ebenfalls geradeaus in die Boxengasse abbiegen will. Mit dem jetzt weitwunden Boliden kommt Riedel als 3er ins Rennen zurück, hinter Legner und dem jetzt neuen Führenden Klaus Seimetz.
Riedel kann die Zeiten der vor Ihm fahrenden nicht mehr mitgehen und fällt zurück. In Runde 58 kann er Peter Mannweiler nicht mehr halten und verliert Position 3 an Ihn. 5 Runde später muss Riedel auch diese Position, trotz starker Gegenwehr, an Ralf Konka abgeben. Und jetzt begann die Zeit der Bremsen- Dramatik auf diesem, auch wie in der Formel 1, bremsenbelastenden Rennkurs. Das erste Bremsdefekt- Opfer war der Führende Klaus Seimetz, der am Ende nur noch Platz 5 retten konnte.
Ebenfalls mit Bremsendefekt schieden kurz vor Rennende Andreas Gründauer und Sascha Niemeyer aus. Auch dem jetzt 2. platzierten Peter Mannweiler explodierte die zweite Bremsscheibe, nach dem er bereits in Runde 50 die erste verloren hatte. Er rettet sich als 3er ins Ziel. Ralf Konka profitierte davon und holte Platz 2.
Somit holte Daniel Legner am Ende doch noch seinen zweiten Saisonsieg womit er Zwischenzeitlich nicht mehr gerechnet hatte.
Konkurrent Riedel schaffte es als 4er ins Ziel. Robert Gödicke erkämpfte sich Platz 6 trotz Lenkrad- und Gesundheitliche Probleme sowie ebenfalls einem Bremsdefekt. Michael Schäfer wurde 7er vor Hermann Pfander (P.8).
Dramatik auch noch in der letzten Runde und der letzten Kurve von Markus Seufzer (Markus’s SimRacing Team). Rookie Markus Seufzer lag vor der letzten Kurve auf einem hervorragenden 9. Platz als er diese Position, irritiert durch den mit seinen defekten Bremsen kämpfenden Klaus Seimetz, doch noch an Andreas Schmidt verlor.
In der Fahrerwertung hat Kevin Riedel (196 Punkte) trotz des 4. Platzes noch ein gutes Punktepolster zu dem jetzt neuen Zweiten Daniel Legner (128 Punkten) der natürlich von dem Ausfall Kobers (125 Punkte) profitiert.
Auch in der Teamwertung gibt es einen Platztausch. Team KoBehr Racing (162 Punkte) fällt auf Platz 3 zurück hinter RACE-STAR ConverTTable (184 Punkte). Team KR-Competition bleibt knapp in Führung mit 207 Punkten.
Das nächste Rennen ist wieder in Europa. Allerdings musste das für den 28.06.10 geplante nächste Rennen in Valencia (Spanien), wegen Schäden in der Asphaltdecke, verschoben werden. Somit hat der WFM Tross ein paar Tage mehr Zeit bevor es am 12.07.10 in Silverstone (England) weiter geht.